Aalto-Hochhaus HIGHLIGHT

Aalto-Hochhaus in der Neuen Vahr

Aalto war kein Freund verdichteter und anonymer Wohnformen. Für ihn galt das Ideal der Familie und das Vorbild des Einfamilienhauses. Er verstand das Mehrfamilienhaus keineswegs als Wohnmaschine mit fest definierten Funktionen. Es sollte immer ein sozialer Ort sein, der gemütlich, heimelig und privat sein musste, der auch das Alltagsleben kompensierte. In einem Haus sollte eine Familie (Ureinheit) sich wirklich privat fühlen und soweit möglich abgesondert von Nachbarn. Aalto nahm die Herausforderung an. Als Hochhausskeptiker baut er Bremens/Deutschlands (bis in die 70er Jahre) höchstes Wohnhaus, den große Wurf, das Aalto Hochhaus. Im Aalto Hochhaus konnte die sonst in Hochhäusern übliche soziale Isolation der Bewohner, Vandalismus und im Laufe der Zeit einsetzender sozialer Abstieg weitgehend vermieden werden. Aalto: "Eine Hochhauskultur schaffen, die dem Einfamilienhaus nahe kommt".
Seine grundlegenden Ziele, die Aalto umsetzte: 1. Im Hochhaus das Individuelle nicht untergehen lassen: Ein eigenständiges, für die Bewohner wiedererkennbares Werk schaffen. 2. Ausrichtung zur Feierabendsonne, einem grundlegenden Bedürfnis der Menschen. 3. Privatisierte Wohneinheiten, keine Zellen, sondern individuelle, ganz eigene Einheiten. Unsichtbare Nachbarn. 4. Platz für nachbarschaftliche Aktivitäten, um trotz der Abgeschirmtheit ein Zusammenleben und Kommunizieren zu ermöglichen.
Auf einer im Boden stattgefundenen Verdichtung steht eine Fundamentwanne in der eine 650 qm große und fast 1 m dicke Bodenplatte liegt. Gebaut wurde unter einem Zeltdach. Die ersten vier Geschosse bestehen aus einer reinen Stahlbetonkonstruktion. In den oberen Geschossen wurden die tragenden Wände in der Feidner-Bauweise (tragende und nicht tragende Wände) im fortlaufenden Betongussverfahren ohne Pause erstellt. Die nicht tragenden Zwischenwände wurden aus einem Gemisch aus Ziegelsplitt und Gips auf der Baustelle hergestellt. Das verarbeitete Hartholz ähnelte dem Teakholz.
Die Wohnungen haben eine Größe zwischen 34,4 m² und 60 m. Die Gesamtwohnfläche beträgt 7.860,3 qm.
Die Westfassade hatte eine Verkleidung aus hellem, glattem Kunststein und hat eine leicht wellige Form, fast ohne vorspringenden Kanten und Ecken. Nach Norden hin endet die Welle der Fassade mit einer scharfen Kante. Die Nordseite aus nacktem Beton hat keine Fenster. Die Fenstergröße jeder Wohnung ist entsprechend dem Grundriss anders und prägt die Westansicht. Die Ostfassade besteht aus einer Eternit-Verkleidung sowie vorgehängten Metallstäben in Gitterform. Die Ostseite (zum See) ist um mehr als ein Drittel kleiner als die Westseite. Somit gibt es fast keine Nord- und Südseite. Das Gebäude ist 65 m hoch, über dem 22. Geschoss befindet sich das Antennendach und darüber die Aussichtsplattform.
Viele weitere Informationen, Fotos und Videos finden Sie auf der Internetseite. Dort können Sie sich darüber informieren, wie man in diesem Hochhaus wohnt.

Wohnbauten und Siedlungen

Aalto-Hochhaus

Berliner Freiheit 9, 28237 Bremen
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